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Dres. med.
Hermann und Claudine Schmidt-Brutsche

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Information Zeckenimpfung und Borreliose

Zecken, die das FSME-Virus tragen, finden sich in so genannten Naturherden. Diese kommen vorwiegend in der Nordostschweiz, aber auch in anderen Regionen der Schweiz vor (siehe Karte).

Rund 1% der Zecken in Naturherden tragen das FSME-Virus in sich. Bei der Mehrheit der von einer FSME-infizierten Zecke gestochenen Personen verläuft die Infektion unbemerkt, nur eine Minderheit erkrankt. Bei diesen Personen kommt es nach dem Stich mit einer infizierten Zecke nach einigen Tagen bis wenigen Wochen (2–28 Tage) zu grippeähnlichen Symp-tomen: Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Bei den meisten Betroffenen ist damit die Erkrankung nach einigen Tagen beendet. Sie sind anschliessend wahrscheinlich lebenslang gegen diese Krankheit immun. Bei 5–15% der erkrankten Personen kann es nach weiteren 4–6 Tagen zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen, die auch auf das Gehirn übergreifen kann (Meningoenzephalitis). Die damit einhergehenden Symptome sind Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübung und Lähmungen. Restbeschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisprobleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Schwindel können über Wochen bis Monate andauern, bilden sich jedoch in den meisten Fällen wieder zurück. Bei schweren Verlaufsformen können Restschäden bleiben. Bei 1% der Erkrankten verläuft die Erkrankung tödlich (meistens ältere Patienten). In der Regel erkranken Kleinkinder seltener und weniger schwer als ältere Personen.

Idealer Zeitpunkt für die Impfung gegen FSME.

Die FSME tritt, wie der Name sagt, gehäuft im Frühsommer auf. Die Zecken benötigen Wärme und Feuchtigkeit, um aktiv zu werden. FSME kann aber während des ganzen Sommers auftreten. Daraus ergibt sich der ideale Zeitpunkt für die Impfung, nämlich der Winter. Selbstverständlich kann man sich auch während anderer Jahreszeiten impfen lassen.

Die vollständige Grundimmunisierung erfordert drei Injektionen. Ein Schutz von rund 95% besteht aber in vielen Fällen schon nach zwei Injektionen. Diese ersten beiden Impfungen werden in der Regel im Abstand von einem Monat verabreicht. Die dritte Impfung, die einen Langzeitschutz von mindestens 10 Jahren gewährt, erfolgt je nach Impfstoff nach 5 bis 12 Monaten. Sie vermittelt einen Schutz von 99%. Auffrischimpfungen sind alle 10 Jahre empfohlen.

Wer soll sich impfen lassen?

Alle erwachsenen Personen sowie Kinder im Allgemeinen ab 6 Jahren, welche in Endemiegebieten wohnen oder sich dort zeitweise aufhalten, sollten sich gegen FSME impfen lassen. Eine Impfung erübrigt sich für Personen, die kein Expositionsrisiko haben. Ein Expositionsrisiko besteht bei Aufenthalt in Zeckenbiotopen der Endemiegebiete (mittelgradig feuchte Stellen in Laub- und Mischwäldern mit üppigem Unterholz). Zecken finden sich auch in Gärten. Die Situation von Kindern in Waldkindergärten muss individuell überprüft werden.

Diese Impfung wird als sehr wichtig betrachtet. Aus diesem Grund werden die Kosten im Rahmen der Grundversicherung übernommen. Bei beruf-licher Exposition werden die Kosten vom Arbeitgeber übernommen.

 

Wir als Ihre Ärztin/Ihr Arzt empfeh die FSME-Impfung zu Ihrem Wohle.

 

Zecken (Holzbock) können verschiedene Erreger übertragen und damit verschiedene Krankheiten verursachen.

Die zwei wichtigsten sind die Borreliose, auch Lyme-Krankheit genannt, und die Zeckenenzephalitis, auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) genannt. Geschlossene Kleidung, geschlossene Schuhe und Repellentien reduzieren das Risiko, an einer der beiden Infektionen zu erkranken. Bei der Borreliose wird ein Bakterium und bei der FSME ein Virus übertragen. Während die erste Erkrankung mit Antibiotika behandelt werden kann, gibt es keine spezifische Behandlung für die FSME. Die Schutzimpfung gegen FSME ist die einzige praktikable Lösung für Leute, die sich wirksam gegen FSME schützen möchten.

Die Impfung gegen FSME schützt gegen eine Erkrankung mit potenziell schweren oder tödlichen Komplikationen.